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Interview Tageswoche mit Richard Wherlock

lesen Sie das grosse Interview zum Start der neuen Ballettsasion

Der Direktor nannte mich einmal die Cash-Cow

– als Vegetarier ist das schwer zu schlucke

Tageswoche online, 20.9.2016 von Olivier Joliat

Am Freitag startet das Ballett Basel in die 16. Saison unter der Leitung von Richard Wherlock. Ein guter Grund, mit ihm zu plaudern – über Fussball, Schmerzmittel, das Alter und nicht planbare Publikumserfolge.

Richard Wherlock, es kommt frischer Wind auf die Ballettbühne, fast ein Drittel Ihres Tanzensembles hat auf die neue Saison hin gewechselt, warum?

Nun, einige haben aufgehört zu tanzen, etwa um Fotografie oder Kunst zu studieren, bei anderen liefen die Verträge aus oder sie wechselten zu einer anderen Kompanie, um weiter Erfahrung zu sammeln. Es ist also Evolution, nicht Revolution.

Sie müssen sich nicht entschuldigen: Man kennt die grossen Teamwechsel in der Stadt ja vom Fussball.

Entwicklung und Erneuerung ist immer gut. Trotzdem vermisse ich alle, die nun weg sind. Andererseits ist es erfrischend, jetzt mit einem neuen Team zu arbeiten.

Auf was haben Sie bei den neuen Tänzern geachtet?

Um beim Fussball zu bleiben: Pep Guardiola sucht bei Manchester City nach Spielern, die das schnelle Passspiel beherrschen. Jürgen Klopp ist ähnlich, Mourinho das Gegenteil. Meine Tänzer müssen Allrounder sein, da wir viel mit Gastchoreografen arbeiten. Da können die physischen Anforderungen stark variieren. Zur körperlichen ist mentale Flexibilität gefragt, da wir jetzt kurz vor der Premiere von «Jeanne d'Arc» und «Cacti» bereits an meinem «Robin Hood»-Ballett arbeiten, das im November Premiere haben wird. Da müssen die Tänzerinnen unter anderem mit Autoreifen tanzen. Deshalb suche ich immer Tänzer, die sehr dynamisch und athletisch sind. Mein Ensemble muss die klassische Technik und darüber hinaus die zeitgenössische Bewegungssprache beherrschen.

Hohe Ansprüche.

Ja, aber auch attraktiv. Das zeigt sich an der Flut von Bewerbungen, die wir regelmässig erhalten.

Basel scheint nicht nur im Fussball top zu sein. Mit Andrea Tortosa Vidal und Frank Fannar Pedersen wählten Kritiker gleich zwei aus Ihrem Ensemble als Tänzer des Jahres 2016.

Dazu wurde einer unserer neuen Tänzer, Max Zachrisson, für den Faust Theaterpreis nominiert. Und auch der Choreograf Alexander Ekman, von dem wir bald das Stück «Cacti» sehen werden. Ja, wir spielen in der Champions League, seit Jahren.

Sie mögen den Vergleich mit Fussball?

Sehr! Ich gehe an viele Spiele des FC Basel. Ich habe selbst schon einige Fussballtrainer in Motivation und Bewegung unterrichtet. Sogar Ottmar Hitzfeld kam für einen Tag vorbei und verfolgte, wie ich mit jungen Leuten umgehe, wie ich sie ermutige und ihr Selbstvertrauen stärke, ohne dass sie arrogant werden. Ich liebe Fussball. Die Schweizer Liga könnte aber ruhig etwas spannender sein. Beim Tanz sind wir dagegen recht gut aufgestellt: Zürich, Genf, Luzern, Lausanne haben alle herausragende Kompanien und es hat noch weitere.

In Zürich wird aber sehr klassisches Ballett getanzt.

Ja, es ist ein Opernhaus, das sich auch um ein klassisches Repertoire kümmert. Unser Publikum ist sehr offen für unterschiedliche Tanzstile. Ich versuche jede Saison, eine gute Mischung zwischen modernem Handlungsballett und zeitgenössischen, oft abstrakten Tanzstücken zu finden. Das fordert das Publikum und die Tänzer. Wenn es nur darum geht, das Publikum zu beglücken, wird es für beide Seiten schnell langweilig. Aber ich möchte Tänzer und Publikum nicht überstrapazieren.

Sind Ihre Produktionen, verglichen mit den teils verstörenden Stücken junger Gastchoreografen, deshalb eher gefällig?

Ich möchte Tickets verkaufen. Und solange das mit Qualität einhergeht, ist daran doch nichts auszusetzen. Wenn Sie genau hinsehen, werden Sie erkennen: Die Choreografie der grossen Handlungsballette ist oft weit davon entfernt, einfach nur gefällig zu sein. Sie ist sehr physisch, sehr zeitgenössisch. Allerdings sind die Inszenierungen der Stücke, also die Dramaturgie, dann leichter nachzuvollziehen. Das liegt auch daran, dass Geschichten erzählt werden. Das fordert anders als rein abstrakter Tanz.

Das Ballett hat am Theater Basel die höchste Auslastung, ist fast immer ausverkauft.

Wir haben ein tolles und treues Ballettpublikum hier in Basel. Aber wir sind hier am Theater drei Sparten unter einem Dach. Wir konkurrieren uns nicht, sondern respektieren uns gegenseitig.
«Ich möchte Tickets verkaufen. Und solange das mit Qualität einhergeht, ist daran doch nichts auszusetzen.»

Unter dem neuen Intendanten Andreas Beck sind Schauspiel, Oper und Ballett näher zusammengerückt. Mit «Carousel» spannen sogar alle drei Sparten für ein Musical zusammen.

Das wird eine Knacknuss. Aber ich habe schon viele Musicals gemacht – etwa «West Side Story» in Bregenz mit 150 Künstlern auf dem See. Crossover-Produktionen mit Schauspielern, Sängern und Tänzern sind für das Publikum eigentlich immer interessant. Unsere grösste Leidenschaft ist aber das Arbeiten mit bekannten Choreografen unserer Zeit. Für Musicals braucht man eigentlich andere Tänzer. Doch genau diese Herausforderung reizt mich. Darum habe ich auch gesagt, ich will die Choreografie machen.

Sie waren schon 15 Jahre hier und der Einzige der «alten Garde», als Andreas Beck vor einem Jahr die Leitung mit neuen Ideen übernahm. Das war sicher nicht nur einfach?

Ich finde Veränderung durchaus positiv. Natürlich braucht es Zeit, um sich zu finden. Nach nur einer Spielzeit sind wir schon ein richtig gutes Team. Ich lebe nun lange in dieser wunderbaren Stadt, so konnte ich den neuen Kollegen meine Erfahrungen mitteilen, was funktioniert und was eher nicht.

Ein Engländer erklärt einem Deutschen, wie Basel tickt?

Ja, und so haben wir uns gefunden und machen nun bis 2020 zusammen weiter. Aber jede Sparte hat andere Rahmenbedingungen. Die Tänzer müssen wie Spitzensportler täglich trainieren. Funktioniert der Körper nicht richtig, geht gar nichts.

Die scheinbar so fragil weil graziös ausschauenden Tänzer halten im Gegensatz zu anderen Profisportlern grosse Schmerzen aus.

Auch auf meinem Bürotisch liegt immer eine Schachtel Ibuprofen.
Wahrscheinlich nicht die Schweizer Ausgabe. Ich weiss von Tanzenden, die über die hiesigen Dosierungen der Pillen nur lachen.

Ich habe englische Pillen. Aber bei allen Schmerzmitteln: Ich versichere, niemand steht unter Drogen auf der Bühne. Wir kümmern uns sehr um die Gesundheit der Ensemblemitglieder und haben glücklicherweise immer einen privat gesponserten medizinischen Berater dabei. Ein gesundes Ensemble ist ein fröhliches Ensemble. Aber die körperlichen Anforderungen steigen ständig. Früher war Tanzen zweimal drehen, hüpfen und posieren. Heute reicht es nicht, die klassischen Figuren zu tanzen. Das Publikum will heute mehr geboten bekommen. Manche wollen etwas Forderndes, andere eine getanzte Story, die sie schmelzen lässt.

Und Sie müssen als Direktor jedes Jahr einen Mix finden, von der Avantgarde bis zum Traditionellen.

Es ist wie in einem guten Restaurant, das immer neue, attraktive und ausgewogene Menüs kreiert, die den Geschmack der Gäste treffen sollen. Dazu gehört auch das richtige Ambiente. Darum bat ich letztes Jahr den Intendanten Andreas Beck, das Ballett wieder auf die Bühne des Schauspielhauses zu bringen. Die eignet sich besser für moderne, avantgardistische Stücke, die ein jüngeres Publikum ansprechen.

Da Sie Ihre eigenen Stücke auch dieses Jahr nur auf der Grossen Bühne präsentieren, dachte ich, Sie mögen das Schauspielhaus weniger.

Das hat damit zu tun, dass ich im Moment hauptsächlich abendfüllende Orchesterballettabende choreografiere. Diese eignen sich viel besser für die Grosse Bühne.

Letzte Saison gelang Ihnen mit «Tewje» einer Ihrer grössten Erfolge in 15 Jahren, zwei andere waren «Carmen» und «Snow White». Braucht es für die Grosse Bühne risikoarme Stücke von Klassikern wie diese Saison «Robin Hood» oder «Peer Gynt»?

Publikumserfolge kann man nicht planen. Da spielen viele Faktoren zusammen. Bei «Peer Gynt» wird mit der Choreografie von Johan Inger sicher nur der Stoff klassisch. Es brauchte übrigens viel Einsatz, den Choreografen davon zu überzeugen, ein abendfüllendes Ballett zu kreieren. Johan Inger hatte bereits erfolgreich kürzere Stücke für unser Ensemble choreografiert, darum sind wir alle überzeugt, «Peer Gynt» wird grossartig.


Sie mögen junge, wagemutige Gast-Choreografen. Ihre Inszenierungen wirken dagegen weniger risikofreudig, sondern eher den Erwartungen des Publikums entsprechend. Opfern Sie Ihre Ambitionen für ein ausgeglichenes Saisonprogramm?

Der Theaterdirektor nannte mich einmal die Cash-Cow (lacht). Gerade als Vegetarier ist das natürlich schwer zu schlucken und setzt mich auch unter Druck. Ich werde sicher irgendwann im Schauspielhaus inszenieren und mehr experimentieren. Aber das Interessante am Saisonprogramm ist doch gerade dieser Mix aus zeitgemäss interpretierten Klassikern und Avantgarde, wie letzte Saison «Violet Kid» des Israeli Hofesh Shechter.

Die bedrohliche Musik hat so gebrettert, dass beim Eingang Gehörschutz verteilt wurde.

Das war für viele Besucher ein Novum, und viele waren begeistert – nicht nur die Jungen. Unterschätzen Sie unser Ballettpublikum nicht. Übrigens: Mein neues Stück, «Robin Hood», dürfte für Ballett von der Musik und Ästhetik her recht ungewohnt sein. Ich setze die Geschichte in das London der 60er-Jahre, in eine Atmosphäre irgendwo zwischen der Laxheit von Guy-Ritchie-Filmen und dem Gediegenen von James Bond. Aber klar, so experimentell wie im Schauspielhaus möchte ich auf der Grossen Bühne des Theaters nicht sein. Wer wirklich experimentellen Tanz sehen will, der sollte am Saisonende die DanceLab8-Aufführungen mit Kurzchoreografien der Tänzer besuchen. Ich freue mich schon jetzt darauf. Ich liebe auch die eigenständigen Produktionen von Ensemblemitgliedern ausserhalb des Theaters. Die Kids machen ihr Ding – das erfüllt mich mit Freude.

Das klingt nach Vaterstolz.

Ja, irgendwoher muss ihre Inspiration ja kommen. Als ich Tanz studierte, hatte ich auch das Glück, tolle Lehrer zu haben, die mich motivierten, mein Ding durchzuziehen. Dennoch verliess ich die Schule sehr jung. Ich war ein Rebell.


Mit den tätowierten Armen entsprechen Sie sowieso nicht dem Klischee eines Ballettdirektors.

Ich war nie ein typischer Balletttänzer und bin es wohl heute noch nicht. Aber ich habe diese grosse Liebe für den Tanz und für mein Ensemble. Darum kämpfe ich auch für Möglichkeiten wie das DanceLab8 und helfe bei anderen Projekten. Schliesslich machen die Tänzer ihren Beruf aus Leidenschaft. Sicher nicht wegen des Geldes. Da wir keine Lobby haben wie andere Berufsgruppen, verdienen die Tänzer am wenigsten im Haus. Zudem ist die Karriere sehr kurz. Man beginnt frühestens mit 17 Jahren und macht es mit etwas Glück bis 38 – wer wirklich gut zu seinem Körper schaut, schafft es sogar über 40. Und immer ist es hart. Die meisten verlassen für ein Engagement ihre Heimat, manche sogar schon für die Ausbildung, weshalb ich für viele neue Ensemblemitglieder eine Art Vaterersatz bin.


Seit er vor zwei Jahren kam, hat Frank Fannar Pedersen alle Hauptrollen getanzt. Bei den Frauen ist Ayako Nakano seit 15 Jahren meist die erste Wahl. Heute ist sie zweifache Mutter und mit 39 Jahren in einem hohen Tänzerinnen-Alter. Gibt es mit den neuen Tänzerinnen einen Wechsel in der Hierarchie?

Wir haben keine Hierarchie, sind ein Ensemble von Talenten, Charakteren und Nationalitäten – was das Leben enorm bereichert. Aber mit Ayako arbeite ich sogar schon seit 18 Jahren zusammen. Viele Fotografen oder Maler haben ihre Muse. Für mich ist diese lange Zeit mit Ayako ein sehr fruchtbarer Prozess. Sie ist eine unglaubliche Tänzerin. Sie kam schon zu mir und meinte: «Bald gebe ich auf.» Aber sie hat einen unglaublichen Motor. Als sie aus den Babypausen zurückkam, wurde sie immer noch besser.

Ihr Vertrag wurde bis 2020 verlängert. Wird Ayako Nakano so lange tanzen?

Ich weiss es nicht. Ich folge meinem geheimen Versprechen, dass ich gut zu Leuten bin, die gut sind zu mir. Ich versuche ihnen eine sichere Laufbahn zu bieten. Wir werden sehen, wie Ayako ihre berufliche Zukunft sieht. Das Privatleben geht mich ja nichts an. Aber logischerweise kommt jeder Körper an einen Punkt, wo er nicht mehr gleich funktioniert. Wir haben in der Truppe ein Spektrum von 18- bis hin zu 40-Jährigen. Ich sage den Älteren immer: Ihr helft mir, die Jungen auf das Level zu bringen, wo ihr heute steht.

Mit Sidney Elizabeth Turtschi hat sogar eine Baslerin aus der eigenen Schule neu einen Ensemble Vertrag erhalten.

Ja, ihre Entwicklung freut mich enorm, da ich sie schon von klein auf betreue.

Warum ist sie die einzige Schweizerin im Ensemble?

Bei so vielen Bewerbungen, wie wir sie haben, ist die Konkurrenz natürlich gross. Manche Theater halten öffentliche Vortanz-Sessions ab. Dort wird dann aus 250 Bewerbern ausgewählt. Das erinnert an einen Viehmarkt und ist zermürbend für alle Beteiligten. Wir machen das anders. Wer mich interessiert, den lade ich für ein paar Tage zum Tanzen mit der Kompanie ein. Die Persönlichkeit ist mir wichtig und ich mag eine gute Arbeitsatmosphäre. Eigentlich will ich alle glücklich machen, obwohl ich weiss, dass das nicht geht.

Ist die mangelhafte Ausbildung hier der Grund, dass nur eine Schweizerin in ihrem Ensemble ist?

In den letzten zehn Jahren hat sich viel verbessert. Besonders hier in Basel hat sich einiges getan. Die Schulung liegt mir am Herzen. Ich selbst bin Präsident der Migros Stiftung für Tanz-Stipendien. Es gab schon den Vorschlag, ob ich meine Erfahrung nicht in die Jugend investieren will. Ein Schweizer Jugend-Ballett wäre eine schöne neue Herausforderung. Ein Ensemble mit 15 Tänzern aus Schweizer Schulen, mit denen man durch das Land tourt und sie weiter entwickelt.

Das klingt sehr danach, als wären das nun die letzten vier Jahre als Ballettdirektor am Theater Basel.

Never say never! Sehen wir, was bis 2020 passiert. Für manche Leute bin ich alt. Was drinnen pumpt, ist aber noch sehr jung. Wenn es Zeit ist, habe ich keine Mühe, das hier an jemanden mit neuen Ideen abzugeben und meine Erfahrung dafür mit Jungen zu teilen. Hier in Basel habe ich tolle Erfahrungen gemacht. Ich habe aber auch weniger gute hinter mir. Ich kam ja aus Berlin, war Direktor von drei Opernhäusern mit 120 Tänzern. Das war eine kulturpolitisch extrem schwierige Position und es war mir nicht möglich, dort weiter zu arbeiten.

Wegen der Stadtpolitik oder hausintern?

Beides. Dazu war auch kein Geld vorhanden. Ich fühlte mich dort nicht sehr unterstützt. Die Stadt mag ich noch immer. Gerade war ich mit einem meiner Söhne dort. Aber ich liebe Basel.

Weil hier auch Geld für das Theater vorhanden ist?

Auch. Für Theater und Kunst ist es hier sicher nicht so schlecht. Aber bei allen Angeboten, die ich in den letzten Jahren von anderen Theatern erhalten habe, war Geld nie der ausschlaggebende Punkt zu bleiben.

Wo finden Sie nach all den Jahren noch Inspiration für neue Stücke?

Ich bin umgeben von jungen Leuten. Sie sollten die Playlist auf meinem iPod sehen – da ist alles drauf. Musik ist für mich eh das Grösste, da sie keine Grenzen kennt. Eben noch machte ich ein Stück mit Klezmermusik und Orchester, dann habe ich in London für das Unterwäsche-Label Agent Provocateur etwas mit einer Band mit zwei Mitgliedern von The Clash inszeniert.

Wie kam das zustande?

Ich habe noch immer guten Kontakt nach England, komme rum und mache gerne andere Projekte.

Nun leben sie seit 15 Jahren in Basel. Fühlen Sie sich hier daheim?

Einerseits bin ich hier sehr zu Hause, andererseits fühle ich mich immer als Gipsy. Ich habe mein Zuhause mit 15 verlassen, lebte und arbeitete in Frankreich, Beirut, Kairo, Damaskus, Haifa, Korea, Italien, Spanien, Island und noch ein paar anderen Stationen – aber kaum irgendwo so lange wie in Basel. Ein typisches Tänzer-Nomaden-Leben. Ich mag, dass ich von hier in ein, zwei Stunden überall bin. Und obwohl es von der Bevölkerung klein ist, läuft hier einiges. Als ich Berlin verliess, sagten alle: «Nun zieht er in die Provinz.» Hier kann ich jedoch so viel Kunst sehen wie fast nirgendwo sonst. Ich komme aber kaum dazu, weil dauernd etwas eröffnet und sonst 180 Sachen laufen – und das für 190'000, okay, mit dem Einzugsgebiet aus Baselland 250'000 Einwohnern, das ist unglaublich. Das sag ich auch den jungen Tänzern: Geht raus und geniesst das Angebot.